Die Personaluntergrenzen sind da – aber das Personal fehlt!

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Seit dem 1. Januar 2019 sind mit dem Inkrafttreten der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung Krankenhäuser dazu verpflichtet, eine Personaluntergrenze einzuhalten.

Diese gelten für pflegesensitive Krankenhausbereiche wie die Intensivmedizin, Geriatrie, Kardiologie und die Unfallchirurgie. Die Untergrenzen werden als maximale Anzahl von Patienten pro Pflegekraft festgelegt. Dabei wird zwischen Tag-und Nachtschichten  unterschieden. Die konkreten Untergrenzen für die Bereiche wurden wie folgt festgelegt:

  • Intensivmedizin
    • Tagschicht maximal 2,5 Patienten pro Pflegekraft; Nachtschicht 3,5 Patienten pro Pflegekraft
    • Ab 1. Januar 2021 gilt: Tagschicht 2 Patienten pro Pflegekraft; Nachschicht 3 Patienten pro Pflegekraft
  • Geriatrie
    • Tagschicht 10 Patienten pro Pflegekraft; Nachtschicht 20  Patienten pro Pflegekraft
  • Unfallchirurgie
    • Tagschicht 10 Patienten pro Pflegekraft; Nachtschicht 20 Patienten pro Pflegekraft,
  • Kardiologie
    • Tagschicht 12 Patienten pro Pflegekraft; Nachtschicht 24 Patienten pro Pflegekraft

Für ca. vier Millionen Patienten in über 800 Kliniken muss hierfür der Personaleinsatz erfasst und als Monatsdurchschnittswert an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) gemeldet werden. Diesbezüglich hat sich nun die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu Wort gemeldet und warnt vor möglichen Versorgungsengpässen:

Die Untergrenzen können aber dazu führen, dass Versorgungskapazitäten abgemeldet werden und Versorgungsengpässe entstehen. Die Auswirkungen werden wir sehr genau beobachten müssen“

Dr. Gerald Gaß, Präsident der DKG

Schon heute gebe es 15.000 freie Arbeitsstellen in der Pflege, die jedoch nicht besetzt werden konnten. Hier muss die Politik deutlich stärker ansetzen und endlich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sorgen. Es geht nicht darum, das Image von Pflegekräften mit Hilfe von schicken, bunten PR-Kampagnen zu verbessern – jeder weiß um die immense Bedeutung von Pflegekräften, ohne die kein Krankenhaus, keine Pflegeeinrichtung existieren könnte und welche tagtäglich dafür sorgen, dass Hunderttausende Patienten und Pflegebedürftige optimal versorgt werden.

Die Arbeitsbedingungen müssen deutlich verbessert werden

Allerdings muss die Achtung vor den Pflegekräften auch monetär ausgedrückt werden. Warum sollte sich jemand, der seinen Beruf zwar mit großer Leidenschaft ausübt und sehr liebt, sich dauerhaft kaputt arbeiten, Doppelschichten einlegen, wenn er dafür nur sehr unverhältnismäßig bezahlt wird? Das Ehrgefühl alleine bezahlt keine Mieten. Es hält auch psychisch und physisch nicht dauerhaft gesund. Personaluntergrenzen stellen EINEN Teil einer guten und modernen Versorgung für Patienten dar – damit diese funktionieren kann, müssen nun die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte endlich deutlich verbessert werden.

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